COPD

16.12.2014 Was verbirgt sich hinter der Abkürzung "COPD"?

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung ist ein Sammelbegriff. Der Begriff COPD ist eigentlich eine englische Bezeichnung, und beinhaltet eine Abkürzung für mehrere Erkrankungen.

Die Erkrankung COPD ist einmal eine chronische Bronchitis. Meistens kommt dazu eine obstruktive Komponente, die Verkrampfung der Bronchien. Die Diagnostik kann man relativ leicht an der Krankengeschichte des Patienten und mit einer Lungenfunktionsprüfung durchführen. Im täglichen Umgang mit dieser Erkrankung wird die COPD auch als Raucherlunge bezeichnet, weil rund 85 % der Patienten Raucher sind oder früher geraucht haben.

Welche sind die Auslöser einer COPD?

Es sind in der Regel giftige Gase die der Patient eingeatmet hat. Mit dem Rauchen nehmen Patienten extrem viele Gifte in sehr konzentrierter Form zu sich. Es gibt daneben aber auch noch Co-Faktoren. Wenn zum Beispiel der Raucher noch mit anderen giftigen Gasen konfrontiert wird. Auch die Genetik spielt eine Rolle. Sie bestimmt wie anfällig ein Patient für eine COPD ist.

Sind es nur Raucher, die eine COPD bekommen?

Es gibt auch andere Patienten die verschiedenen giftigen Gasen am Arbeitsplatz ausgesetzt waren. Wir sehen häufig, dass solche Patienten aber auch die Raucher eine akute Infektion bekommen die dann in eine chronische Entzündung übergeht.

Welches sind die Beschwerden einer COPD?

Ein Symptom ist Husten mit Auswurf, aber auch Husten ohne Auswurf kann ein Symptom sein. Auffällig ist aber fast bei allen, dass sie bei Belastung unter einer Atemnot leiden, nicht mehr so belastbar sind und sie sind auch anfälliger für Infekte. Bei diesen COPD-Patienten scheint der Reparaturmechanismus in den Zellen der Bronchien, über den jeder Mensch verfügt, gestört zu sein.

Wann wird dem Patienten erstmalig bewusst, dass er an einer COPD leidet?

Die erkrankten Patienten arrangieren sich häufig mit ihrer Krankheit. Sie unternehmen keine längeren Wanderungen mehr. Benutzen den Aufzug anstatt die Treppe. Wenn man sie fragt, dann haben sie in der Regel außer einem chronischen Husten keine Beschwerden.

Erstmalig werden sie mit den Symptomen dieser schweren Erkrankung konfrontiert, wenn sie eine akute Infektion bekommen.

In der Fachsprache heißt das Exacerbation. Die Patienten müssen dann oftmals mit Antibiotika und hochdosiert mit Cortison behandelt werden. Die Patienten bemerken dann in der Folgezeit, dass ihre Beschwerden mit jeder Infektion schlimmer werden und sich auch nicht mehr ganz wegtherapieren lassen.

Welche Entwicklung in der Lunge führt zu einer COPD?

Die eingeatmeten giftigen Gase, führen dazu dass in der Branche als Schleimhaut der Atemwege eine chronische entzündliche Reaktion stattfindet. Dabei werden die Flimmerhärchen, die die Lunge auskleiden und die eine Reinigungsfunktion haben beschädigt. Geht diese Funktion verloren werden die Giftstoffe nicht mehr abtransportiert und es kommt zu einem chronischen Husten. Es verändern sich auch durch die chronische Entzündung die dünnen Wände der Branchen. Die Wände werden dicker und damit werden die Luftwege auch enger.

Welche Therapie gibt es derzeit für COPD Patienten?

Derzeit können wir die Beschwerden der COPD leider nur lindern. Die Forschung arbeitet aber daran, dass Medikamente möglicherweise die Entzündung stoppen oder auch bewirken kann, dass eine Regeneration der Bronchialschleimhaut einsetzt. In den ersten Stadien werden Sprays eingesetzt die eine erweiternde Komponente, und eine antientzündliche Komponente beinhalten. Wichtig ist auch, dass der Patient weiterhin versucht seine Leistungsfähigkeit auszubauen und nach ärztlichen Vorgaben ein Ausdauertraining absolviert.

Gibt es einen klassischen Verlauf einer COPD?

Wie schon vorher gesagt, merkt der Patient erst gar nicht dass er unter einer verminderten Belastbarkeit gleitet. Passt sich also im täglichen Leben der veränderten Leistungsfähigkeit an. Erst wenn im Alltag eine Behinderung auffällt kommen die Patienten zum Arzt. Kommt dann noch ein akuter Infekt hinzu tritt oft eine akute Verschlechterung ein. Oft landen die Patienten dann in einem Krankenhaus. Am Ende der Erkrankung steht häufig der Einsatz mit einer Sauerstofflangzeittherapie an. Das ist dann das Endstadium der Erkrankung mit einer erheblichen Verminderung der Lebensqualität des Patienten.

Welche Entwicklungen gibt es bei der COPD?

Es gibt derzeit länger wirksame Medikamente die inhaliert werden können gleichzeitig gibt man jetzt mehrere Medikamente in einem Spray, sodass der Patient nur noch ein Spray benutzen braucht. Bei den Patienten die bei uns in klinischen Studien sind, bestimmen wir gleichzeitig genetische Komponenten. Wir möchten herausfinden, welche genetische Information in den Zellen sitzt, die eine chronische Entzündung unterhält. Wir erwarten in ferner Zukunft das wir dann den Prozess der chronischen Entzündung stoppen können. In unserem Zentrum laufen derzeit Studien, mit Medikamenten mit denen wir versuchen die chronischen Prozess der Entzündung zu stoppen. Inwieweit die Therapie Erfolg zeigt wird sich erst nach der Auswertung der Ergebnisse am Ende der klinischen Studien die weltweit laufen, in die auch unser Zentrum involviert ist zeigen. Wenn wir unsere Patienten, bewegen können mit dem Rauchen aufzuhören, können wir den Verlauf der Erkrankung verlangsamen.

Welche Qualifikation wird benötigt, um diese Studien durchzuführen und die Sicherheit ihrer Patienten zu gewährleisten?

Das ist eine sehr gute Frage, die sich sicherlich auch viele Patienten stellen.

Ich habe Medizin studiert und promoviert. Durch die Promotion habe ich bewiesen, dass ich in der Lage bin wissenschaftlich zu arbeiten. Zulassungsrelevante, klinische Studien durchzuführen erfordern ein hohes Maß an Organisation und medizinischer Ausbildung. Mein Studium als Verfahrensingenieur und die zweijährige Ausbildung in Pharmakologie haben mir bei der Organisation von klinischen Studien sehr geholfen. Allerdings, und das muss man hier sehr hervorheben, sind klinische Studien ohne ein erfahrenes, engagiertes Team kaum sicher durchführbar. Durch die regelmäßige Teilnahme an internationalen Prüfertreffen mit entsprechenden Trainings, sind wir im Team regelmäßig auf dem neuesten Stand der medizinischen Entwicklungen in den entsprechenden Indikationen.

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