Fibromyalgiesyndrom

19.01.2015 Was ist das Fibromyalgiesyndrom?

Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz) ist eine schwere chronische, nicht entzündliche bis jetzt noch nicht heilbare Erkrankung, die durch weit verbreitete Schmerzen mit wechselnder Lokalisation in der Muskulatur, um die Gelenke und Rückenschmerzen und auch Druckschmerzempfindlichkeit sowie Begleitsymptomen wie u. a. Müdigkeit, Schlafstörungen, Morgensteifigkeit, Konzentrations- und Antriebsschwäche, Wetterfühligkeit, Schwellungen von Händen, Füßen und Gesicht und vielen weiteren Symptomen charakterisiert sind.

Wie viele Menschen leiden unter Fibromyalgie? In Deutschland sind dies ca. 3,0 bis 3,5 Millionen Betroffene. In erster Linie findet man darunter Frauen im mittleren Alter, aber auch Kinder, Senioren und Männer. Das Verhältnis Frauen zu Männern ist 7:3. Was verursacht das Fibromyalgiesyndrom? Obwohl die Ursachen des Fibromyalgiesyndroms bis heute unbekannt sind, haben Forscher einige Theorien gewonnen und dargelegt. Angenommen werden u. a. eine genetische Disposition (Veränderungen im Erbgut). Das Fibromyalgiesyndrom kommt häufig in Familien vor, Studien dazu sind in Vorbereitung), eine gestörte Schmerzverarbeitung und veränderte Schmerzwahrnehmung, hormonelle Störungen, eine Störung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenachse sowie des Wachstumshormon-Systems, Veränderungen des dopaminergen sowie des Serotoninsystems, psychische Faktoren sowie psychosozialer Stress und eventuell Veränderungen im Immunsystem.

Bei dem sekundären Fibromyalgiesyndrom wird davon ausgegangen, dass eine andere Erkrankung voraus gegangen ist, welche das Fibromyalgiesyndrom ausgelöst hat, z. B. durch eine Verletzung oder Operation, seelische oder körperliche Traumata und orthopädische Erkrankungen. Oftmals dauert es eine lange Zeit, bis die Diagnose Fibromyalgie gestellt wird. Durch die chronischen Schmerzen und Schlafstörungen, sowie die Stimmungsschwankungen wird ein depressives Erkrankungsbild diagnostiziert.

Im Vordergrund der Behandlung, nachdem die Diagnose gestellt ist, stehen:

  1. Krankengymnastischen Übungen
  2. Entspannungsübungen
  3. und eine medikamentöse Behandlung, die nicht nur die Schmerzen behandelt sondern auch die damit verbundenen Konzentrationsstörungen und Schlafstörungen.

Ein ausgeschlafener Patient, der relativ schmerzfrei ist, hat wieder mehr Lebensqualität und kann seinen Tagesablauf wieder fast vollständig bewältigen. Da einige der oben beschriebenen Medikamente erhebliche Nebenwirkungen haben wie zum Beispiel Mundtrockenheit Schläfrigkeit und Benommenheit, wird fieberhaft nach neuen therapeutischen Möglichkeiten geforscht.

Alle Artikel